Ich bin in Litauen mit gehörlosen Eltern und einer hörenden Schwester aufgewachsen. In meiner Familie wird deshalb nur in Gebärdensprache kommuniziert. Als kleines Kind hatte ich den Traum Tänzerin zu werden, aber es wurde immer gesagt, dass ich als Gehörlose keine Chance hätte. Trotzdem habe ich nicht aufgegeben und 2010 sogar in der litauischen Version von „Let’s Dance“ den ersten Platz abgeräumt. Letztes Jahr wurde ich nach Stockholm zum Eurovision Song Contest eingeladen und habe dort die Lieder in International Sign übersetzt, also in Gebärdensprache präsentiert. Das waren besondere Momente, bei denen ich mich beweisen und somit in der Öffentlichkeit erste Vorurteile ausräumen konnte. Dieses Ziel verfolge ich mit viel Engagement und Spaß auch als Guide in der Ausstellung. Es wird Zeit, dass die hörende Gesellschaft uns Gehörlosen nicht mehr mit Mitleid gegenüber tritt und aufhört, uns Grenzen zu setzen und vorzuschreiben, zu was wir fähig oder bestimmt sind.

 

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