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Senior Guide Gisela sagt: „Geht nicht, gibt’s nicht“

Gisela sagt: „Geht nicht, gibt’s nicht“ und startete neu als Seniorguide im Dialog mit der Zeit®

„Ich hatte beruflich immer schon mit Menschen zu tun,“ erklärt Gisela ihren neuen Job, „aber das ist nicht der einzige Grund, warum ich als Seniorenguide angefangen habe. Es ist mir wichtig, auch im Alter Mut zur Veränderung zu haben, offen zu sein für alles Neue und nie aufzuhören, anzufangen.“  Sie möchte durch ihre Arbeit im Dialoghaus vermitteln, „dass Altern auch eine Art Lebenskunst ist“.

Vor 77 Jahren wurde sie in Chemnitz geboren, „Einarmig“, sagt sie.

Heute ist sie Mutter, Großmutter und sogar Urgroßmutter von einer Tochter, drei Enkelkindern und einem Urenkelkind. Da könnte man meinen, dass sie keine Zeit für viel anderes hätte; doch Gisela ist sehr gut organisiert. Das hilft, bei den vielen Tätigkeiten und Hobbies den Durchblick zu behalten.

Jede Führung beim Dialog mit der Zeit® ist anders.

Das liegt vor allem daran, dass jeder Seniorguide andere Erfahrungen mitbringt. Giselas sind vielfältig. Als 16-Jährige kam sie allein nach Hamburg und absolvierte eine Lehre zur Verwaltungsangestellten im Rauhen Haus.

Geht nicht, gibt’s nicht

Mit nur einem Arm hat sie seit ihrer Kindheit gelernt, manches anders zu machen, nicht die Grenze ihrer Fähigkeiten zu sehen, sondern darüber hinaus zu denken. Sie liebt handwerkliche Tätigkeiten, tapeziert, bohrt Löcher in die Wand, baut Möbel zusammen. Sie ist immer gern Auto gefahren, wollte sich aber mit 77 Jahren kein neues mehr kaufen. „Leider sind die Carsharing-Firmen nicht auf Sonderausstattungen eingestellt. Dabei wäre nur wenig nötig, um in einem Auto mit Automatikgetriebe und automatischem Licht die Hebel für die Scheibenwischer anzupassen.“

„Leitstelle Gleichstellung der Frau“

Nach zwölf Jahren als Schulsekretärin wechselte Gisela zur neugegründeten „Leitstelle Gleichstellung der Frau“. Eva Rühmkorf, Psychologin und Politikerin, übernahm die Führung und wurde die erste Gleichstellungsbeauftragte in Deutschland. Gisela, selbst gerade nach 20jähriger Ehe geschieden, war zunächst für Presseauswertungen zuständig; später übernahm sie die Beratung der Frauen. Die Leitstelle war die erste Anlaufstelle für Fragen und Beschwerden aus der Bevölkerung. „Ich war sehr erschrocken über die vielen Probleme der Frauen: Scheidungen, oft kein eigenes Einkommen, Gewalt in der Ehe.“

Die Telefonseelsorge

Die schockierenden Erfahrungen bei der Leitstelle machten es Gisela schwer, den notwendigen Abstand zu halten. Bei der Telefonseelsorge und zehnjähriger ehrenamtlicher Tätigkeit lernte sie, sich abzugrenzen, nicht jedes Schicksal mit sich herumzutragen.

Als Medienassistentin für den Offenen Kanal

Hier lernte Gisela die Fertigkeiten des Produzierens von Hörfunk- und Fernsehsendungen, den Umgang mit der Kamera, das Schneiden der Tonbänder und alle weiteren technischen Tätigkeiten. Zum Schluss wurde sie Redakteurin mit eigenen Sendungen über Literatur, unter anderem mit der Gruppe „Knöterich“ – jungen Erwachsenen mit geistiger- und mehrfacher Behinderung. „Das waren ganz tolle Leute, machten Sendungen über Musik, über  Schriftsteller und lasen eigene Texte vor. Da war Improvisation gefragt. Ein Beispiel: Damit ein blinder Teilnehmer seine Sendung nicht übersteuerte, habe ich am Mischpult die Tonhöhe mit Klebeband markiert.“

Nach dem Berufsende ein neuer Anfang

Kaum Rentnerin, wurde Gisela Mentorin für lernschwache Schüler und Schülerinnen, gründete ein Büchercafé im Hamburger Stadtteil Eppendorf, organisierte Lesungen, spielte Theater. Sie singt im Chor, wandert gern – manchmal allein, manchmal mit Freunden, und geht häufig schwimmen. Ihr Hobby ist das Fotografieren. Aus ihren Fotos gestaltet sie Kalender und Karten.

Mit etwas Glück ist Gisela Reimer euer Guide beim Dialog mit der Zeit®. Es lohnt sich. Stellt ihr Fragen; sie beantwortet sie gern.

 

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