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Seit über 20 Jahren beweisen die zahlreichen Besucher der Dialoghaus Ausstellungen in der Speicherstadt wie wichtig für heutige Gesellschaftsformen die Themen Empathie, Inklusion und Barrierefreiheit sind.

Das Dialoghaus hat seit der Eröffnung im April 2000 über 1,7 Millionen Menschen empfangen. Jährlich besuchen über 100.000 Besucher die Ausstellungen Dialog im Dunkeln, Dialog im Stillen oder temporäre Ausstellungen wie Dialog mit der Zeit oder das Dialog Lab.

„Mittendrin“ heißt die neue Ausstellung seit Januar 2022, die das Dialoghaus im Rahmen eines Ausstellungslabors, dem Dialog Lab, anbietet. Besucher aller Altersgruppen und insbesondere Bildungseinrichtungen sind aufgefordert, mitzudenken und ihre Ideen mit einzubringen. Auch wenn Inklusion mittlerweile fest in der Gesellschaft verankert zu sein scheint, ist die Frage „Wen betrifft Inklusion?“ heute brennender denn je und für wesentlich mehr Menschen wichtiger, als es den Anschein hat.

Ermöglicht wird das neue Dialog Lab mit Hilfe einer Förderung durch die Deutsche Fernsehlotterie. Auf einer Ausstellungsfläche von 150 qm präsentiert das neue Dialog Lab in den kommenden drei Jahren temporäre Exponate und Workshops mit dem Fokus auf Inklusion und Barrierefreiheit.

An den Inhalten Dialog Lab arbeitet das Dialoghaus Team gemeinsam mit Menschen mit und ohne Behinderung sowie Hamburger Organisationen und Akteur*innen, die sich für Inklusion einsetzen. Im Mittelpunkt der ersten Ausstellungsreihe „Mittendrin“ stehen sieben Protagonisten mit verschiedenen Einschränkungen, von Blindheit bis hin zu nicht-sichtbaren psychischen Behinderungen.

Was ist das Besondere an Dialog Erlebnissen?

Dialog-Erlebnisse, Ausstellungen und Workshops für Unternehmen sind Plattformen zur Begegnung. Die Stationen einer Dialog-Ausstellung vermitteln eine neue und ungewohnte Perspektive. Du erlebst etwas Neues durch einen Rollentausch und einer Begegnung mit etwas komplett Unerwartetem.

Die Begegnung auf unbekanntem Terrain mit anderen, möglicherweise unbekannten Besuchern, die ähnliches erleben, und die offensichtliche Kompetenz des Guides der Ausstellung, der ebenfalls nicht Deinen mitgebrachten Vorstellungen entspricht, bewirkt einen Dialog und eine Konfrontation mit den eigenen Vorurteilen.

Es passiert etwas Unerwartetes, man lernt etwas Neues kennen durch erfahrungsbasiertes Lernen. Darunter versteht man eine emotionale, nachhaltige Erfahrung, die lange in Erinnerung bleibt. Dialog-Erlebnisse führen oft zu einer Veränderung im Umgang zwischen Menschen mit und ohne Behinderungen. Deine nächste Begegnung mit jemandem, der/die eingeschränkt hört oder sieht, in der U-Bahn oder auf der Straße, wird vielleicht anders sein. Die Diskussion in der Klasse über den Umgang miteinander und in der Gesellschaft wird sicher anders ausfallen.

Das Sozialunternehmen Dialoghaus

Die Dialoghaus Hamburg gGmbH beschäftigt derzeit über ca. 50 Mitarbeiter. Vor den Corona-Jahren waren es über 100. Davon sind 60 Prozent gehörlos oder sehbehindert. Alle Mitarbeiter, ob mit und ohne Einschränkung, leisten einen aktiven Beitrag zu einer inklusiven Gesellschaft. Indirekt leisten unsere Besucher auch einen Beitrag zur Teilhabe von Menschen mit Behinderung am gesellschaftlichen Leben. Sie ermöglichen uns, den Menschen ein Einkommen und Anerkennung zu bieten, denen dieses Grundrecht aufgrund von Vorurteilen und Ausgrenzung nach wie vor häufig verwehrt bleibt.

Empathie und ein vorurteilsfreier Umgang miteinander ohne moralisierenden „erhobenen Zeigefinger“ ist Inhalt und Zweck unseres Geschäftsmodells. Soziale Nachhaltigkeit ist die Messlatte unseres Erfolgs. Wirtschaftliches Handeln und wirtschaftliche Stabilität dienen daher allein der langfristigen Entwicklung und Zukunftsfähigkeit des Unternehmens und seiner Mitarbeiter. Dialoghaus Hamburg gGmbH ist seit 2016 als gemeinnützig anerkannt. 

Mission & Vision

Vorurteile und Barrieren sind vor allem in den Köpfen der Menschen. Um diese abzubauen, betreiben wir unsere Ausstellungen und Workshops.

Unsere Mission ist die Überwindung von Ausgrenzung und der Abbau von Berührungsängsten. Wir wollen zum Nachdenken anregen. Für mehr Inklusion und mehr Empathie für blinde, gehörlose und ältere Menschen. Trotz vieler positiven Veränderungen auf politischer Ebene, der Teilnahme am öffentlichen Leben oder inklusiver Bildung, haben immer noch viele Menschen nicht die gleichen Chancen ein selbst bestimmtes Leben zu führen.

Das ultimative Ziel von Dialog-Erfahrungen ist es, die Lücken zwischen verschiedenen Gruppen unserer Gesellschaft zu schließen. Wir bieten eine Plattform für die Debatte, die Begegnung mit dem Ungewohnten, den Dialog, für das Verständnis der Schönheit von Vielfalt und für die Notwendigkeit der Inklusion. Diese Werte werden ohne moralische Ansprache oder eine Anweisung angeboten. Besucher brauchen keinen theoretischen Hintergrund. Der Öffentlichkeit wird Raum zur Transformation gegeben, für das Erleben einer emotionalen Erfahrung in einem realen Austausch mit anderen Menschen und, besonders wichtig: mit Freude.

Geschichte eines nachhaltigen Erfolges

Andreas Heinecke ist einer der ersten und sicher einer der erfolgreichsten deutschen Sozialunternehmer. Während seiner Arbeit für den Südwestfunk 1988 führt er einen erblindeten Kollegen in den redaktionellen Arbeitsalltag ein. Aus der erwarteten Helfer-Opfer-Situation wurde von der ersten Sekunde an eine Begegnung mit vertauschten Rollen. Der Effekt war so nachhaltig, dass Andreas Heinecke mit einem Erlebnis für Nicht-Blinde in kompletter Dunkelheit experimentierte. Es entstand die Ausstellung Dialog im Dunkeln, in der blinde Ausstellungsführer dem Besucher einen Perspektivenwechsel vermitteln.

1989 wurde Dialog im Dunkeln zum ersten Mal in Frankfurt präsentiert. Seitdem gibt es Ausstellungen und Workshops in Kooperation mit lokalen Partnern weltweit. Millionen Menschen besuchen die Dialog Ausstellungen und erfahren aus eigener Wahrnehmung Toleranz und Empathie für die „Sicht“ des Anderen. Mehr als acht Millionen Menschen in 38 Ländern und 170 Städten haben einen Dialog im Dunkeln, Dialog im Stillen oder Dialog mit der Zeit erlebt. Dieser beachtliche Erfolg spiegelt sich auch in der Bilanz der Beschäftigten: 8.000 sehbehinderte, blinde oder gehörlose Menschen finden weltweit einen Arbeitsplatz. 

Andreas Heinecke wurde mehrfach für seine Arbeit ausgezeichnet. Unter anderem ist er seit 2005 erster „Ashoka-Fellow“ in Europa; er ist Mitglied des Global Agenda Council on Social Entrepreneurship des Weltwirtschaftsforum (WEF) und Global Fellow der Schwab Foundation. Dr. Andreas Heinecke studierte Geschichte und Literatur und promovierte in Philosophie. Seit 2011 ist er Professor für Social Business an der European Business School.

2008 etablierte Andreas Heinecke die Dialogue Social Enterprise GmbH als Dach für alle Dialog-Konzepte und als Beratungsunternehmen für die weltweiten Ausstellungen und Workshops.

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