Nicole Wuennecke 1 Besucher Service Komp

Er ist kein Navi und will auch nicht (nur) spielen – er arbeitet

Im Dialoghaus haben wir nicht nur zweibeinige Kollegen und Kolleginnen.

Es gibt auch einige Vierbeiner. Obwohl sie so lieb und kuschelig aussehen: sie sind nicht zum Spielen da. Sie arbeiten – selbst dann, wenn sie eine Pause haben.  Sie sind Blindenführhunde. Wie fast alle Hunde lieben sie Beschäftigung. Sie arbeiten gern.

Nicht jeder Hund kann ein Führhund werden.

Er muss ausgeglichen und gutmütig sein und sollte auch Freude am Lernen haben. Wenn er seine Ausbildung hinter sich hat, begleitet er seinen Besitzer zum Einkaufen, auf dem Weg zur Arbeit, zu Arztbesuchen, bei Behördengängen und auf Reisen. Der Hund sucht den besten Weg und umgeht Hindernisse. Das sind oft falsch geparkte Autos oder im Weg stehende Fahrräder. Der vierbeinige Freund findet Fußgängerüberwege, Treppen und Türen. Er darf auch dorthin, wo Hunde normalerweise nicht erlaubt sind.

Man erkennt ihn an seinem weißen Führgeschirr oder, wenn er nicht an der Leine ist, an einer sogenannten Kenndecke mit einem Abzeichen.

Wenn er diese Kenndecke trägt, hat er Freizeit. Dann darf er mit anderen freundlichen Hunden spielen und sich entspannen. Viele Hundebesitzer behaupten, ihr Vierbeiner wolle nur spielen und versichern auch, der Hund höre aufs Wort. Ich bin da skeptisch und glaube solchen Aussagen nur, wenn es sich um Blindenhunde handelt. Die haben gelernt, bestimmte Redewendungen zu verstehen. „Nach Hause“ versteht sich von allein, aber auch „Such Zebra“ oder „Geradeaus“ lässt den Hund wunschgemäß zum Zebrastreifen oder in eine Richtung führen.

Allerdings ist er kein Navigationssystem, ihm musste die Bedeutung der Redewendungen erst beigebracht werden.

Das hat er in einer wenigstens einjährigen Ausbildung gelernt, an die sich dann auch die Ausbildung des Blinden anschloss. Auch der muss natürlich die besondere Kommunikation erst lernen. Dazu gehört auch die Sensibilität, am Bügel des Führgeschirrs zu erfühlen, welche Bewegung das Tier macht, in welche Richtung es führt. Der Führhund im Dienst darf sich nicht ablenken lassen. Er muss andere Hunde ignorieren, darf sich nicht von spielenden Kindern verunsichern lassen.

Bitte nicht streicheln, wenn er bei der Arbeit ist.

 

 

 

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